1317 bis 1945

Hinweis: Dies ist eine Sammlung vieler Informationen, die nicht den Anspruch haben, vollständig zu sein. Wir sind bemüht, weitere historische Eckdaten zusammenzutragen und hier zu dokumentieren.

1317

  • In Stücken muss schon um 1317 eine Kirche existiert haben, denn die Stangenhagener Chronik vermerkt, dass die Bewohner damals zur Kirche nach Stücken gingen.

1375

  • Bereits im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wurde Sticken mit 30 Hufen Land (eine Hufe entsprach in Brandenburg etwa 17 Hektar) und zwei weiteren Hufen, die zur Pfarre gehörten, erwähnt. Zu Sticken gehörten zwei befreite Höfe. Davon gehörte einer mit sechs Hufen Busse von Schönow und seinem Bruder, der zweite mit zwei Hufen war im Besitz von Otto und Hans von Heinrichsdorf. Die übrigen Hufen gehörten einer nicht bekannten Zahl von Bauern, die Pacht, Zins und Bede (eine freiwillig zu leistende Abgabe) zu entrichten hatten. Die Abgaben erhoben Markgraf Otto von Belitz, von Heinrichsdorf, Rudolph von Oppen und andere. Zur Stickenschen Feldmark gehörten auch zehn Hufen der benachbarten wüsten Feldmark Frehtzow (auch als Wretz benannt). Für diese Hufe bezogen die Von Oppen’s Pacht. [FIDICIN 1860]
  • In den nachfolgenden Jahrhunderten bis 1798 bestanden im wesentlichen fünf Besitzanteile am Dorf und Rittergut. [ROHRLACH 1977] führt dazu aus:
    • 1. Anteil:
    • 2. Anteil:
      • Vor 1440-1545 von Schönow
      • 1545-1744 Von Schlabrendorff (auch Schlabrendorf bzw. Schlaberndorff) über Hebungen vom Gut und 8 Höfen, 2 Hufen und 1 Wehr (1440) bzw. Lehnschulzengut mit 4 freien Hufen, 5 Hüfnerhöfe mit allem Rechte und Dienst, Hebungen vom Krug und von 9 Höfen (1486) bzw. Vorwerk mit 7 Ritterhufen, 3 Bauernhufen
      • 1744 an von Thümen (siehe 1. Anteil)
    • 3. Anteil:
      • 1603 von der Streithorst
      • vor 1669 an von Tümen (siehe 1. Anteil), über 1 Hof mit 3 Hufen.
    • 4. Anteil:
      • Vor 1472 bis nach 1492 Kerstian genannt Laurentz zu Jüterbog über Hebungen von 3 Höfen und über 2 davon dem Dienst (1472)
      • danach wahrscheinlich an von Thümen (siehe 1. Anteil)
    • 5. Anteil:
      • Bis 1438 Markgraf bzw. Amt Saarmund
      • 1438 (wahrscheinlich an Otto) von Schlieben
      • vor 1599 bis nach 1620 von Flanß
      • vor 1701-1826 Amt Saarmund
      • 1826-1872 Amt Potsdam über die wüste Mühlenstätte (1438) bzw. die Wassermühle (1701, 1837), auch über Hebungen von 1 Bauern und 1 Kossäten

1412

  • Kune von Thümen wurde mit einem freien Hof belehnt.

1440

  • Ab 1440 erhielten die Von Schönows Abgaben und verfügten über das Gericht von acht Höfen und zwei Hufen.

1482

  • Caspar und Cune von Thümen auf Blankensee erhielten Abgaben von zwölf Höfen, der Mühle und drei Ritterhufen.

1486

  • Die Von Schönows erhalten das Schulzengericht (ein niederes Dorfgericht zur Beurteilung kleiner Rügen und Grenzstreitigkeiten).

1537

  • Die vier Hufen vom Schulzengericht werden Joachim von Schönow zu Golm bestätigt.

1540

  • Pastor Paul Gürgen ist erster evangelisch-lutherischer Pfarrer in Stücken.

1556

  • Joachim von Schönow stirb und seine Güter gehen an Hans von Schlabrendorf.

1608

  • Friedrich von Thümen und seine drei Brüder sind Besitzer des Dorfes Stücken, des Weinberges und der Schäfereigerechtigkeit (das Recht Schafe zu halten bzw. auf bestimmten Flächen weiden zu lassen).

1614

  • [KIESER 1961] führt aus: “In Stücken waren 1614 die Gebäude so schlecht, weil 18 Jahre nichts an ihnen getan war. Sie wären am besten niederzureißen”

1624

  • Das Schoßkataster führt 50 Hufen und 6 Hufen der Herrschaft, 1 Hof und 3 Hufen geht ab, so dem von der Streithorst freigewilligt. [ROHRLACH 1977] verzeichnet 11 Hüfner, 11 Kossäten, 1 Hirte, 1 Laufschmied, 1 Paar Hausleute, 1 Pachtschäfer, die Schäferknechte.

1652

  • Vier Jahre nach dem Dreißigjährigen Kriegleben in Stücken nur noch 8 Menschen, darunter ein Dorfschulze und 6 Kossäten [ROHRLACH 1977]. Die Zauche leidet unter den Kriegsfolgen. [KIESER 1961] schreibt:
    “Völlig tot lagen die Felder von Körzin, Neulangerwisch, von Michendorf … Von 757 Bauern- und Kossätenstellen in den Dörfern der Ritterschaft und des Amtes Saarmund waren nur 211 Stellen besetzt, 28 %. Die Landschaft war menschenarm geworden. Der Wald griff nach den Feldmarken und bezog sie in sein schweigendes Reich ein. Der Mensch hinderte ihn nicht. In Seddin versuchte sich seit kurzem Drewes Albrecht auf einem großen Bauernhof ganz allein in dem verfallenen Dorf.” und weiter
    “1648 lagen in den adligen Dörfern 58,2 % der bäuerlichen Felder wüst, im Amt Saarmund 57,7 % …. Ebenso war in den ritterschaftlichen Dörfern auch die Seßhaftigkeit geringer als in den Amtsdörfern. Jedoch darf die Seßhaftigkeit in diesen Dörfern auch vor dem Krieg nicht zu hoch angeschlagen werden. Eine stärkere Verbundenheit der Familie mit ihrer Scholle brachte erst das 18. Jahrh.”

1682/83

  • [ROHRLACH 1977] verzeichnet 26 Mittel- und 28 Sandhufen, von diesen sind 15 wüste Mittel- und 10 wüste Sandhufen in der adeligen Kollekte; 7 Kossätenhöfe.

1701

  • Melchior Heinrich von Thümen wird Besitzer des Guts.

1721

  • Otto Christoph von Schlabrendorf veräußert als letzter Besitzer dieser Familie, den Anteil an Melchior Heinrich von Thümen.

1745

  • [ROHRLACH 1977] verzeichnet 7 Bauern, 12 Kossäten, eine Wassermühle mit 2 Gängen.

1747

  • Beide Gutsanteile gehen an Christian Joachim von Thümen, dem Sohn Heinrichs von Thümen.

1772

  • [ROHRLACH 1977] verzeichnet einen Prediger, 7 Bauern, 10 Kossäten und einen Müller. Erstmals ist eine Schmiede verbürgt.

1786

  • Christian Joachim von Thümen verkauft seine Gutsanteile an Landrat Alexander Gustav von der Liepe.

1797

  • Major Heinrich Ernst von Brucken, genannt Fock, und dessen Gattin geborene von Glöden erkaufen von Liepes Witwe, Luise Sophie, geb. von Britzke die Güter in Stücken.

1801

  • Zum Dorf gehörten 47 Hufen, zum Gut 9 Hufen. Es gab 47 Feuerstellen, eine Schmiede, einen Krug und eine Wassermühle, die an das Amt Saarmund Abgaben leistete. Das Dorf hatte 292 Einwohner, davon sieben Ganzbauern, neun Ganzkossäten, einen Halbkossäten, neun Büdner, neun Einlieger und einen Förster, der 179 Morgen Holz, 660 Morgen Gemeinholz und zwölf Morgen Weinberge verwaltete [BRATRING 1805].

1806

  • Das Kirchenbuch von Stücken vermerkt “Am 27.Oktober wurde im Hause des Kossäten Hase die am 22. Oktober geborene Tochter getauft, weil alles noch von der französischen Plünderung voller Schrecken war.”. Der 27. Oktober war ein Montag. Der Eintrag ist deshalb Bemerkenswert, weil Taufen in der Kirche und Sonntags stattfanden. Man wagte es scheinbar nicht in die Kirche zu gehen, sondern blieb aus Angst vor den französischen Truppen im Haus.

1808

  • Die französischen Truppen verlassen den Ort aber nicht das Land.

1813

  • Anfang März wird Stücken wieder von Kampfhandlungen bedroht. Die französischen Truppen werden zum Rückzug durch die vorrückenden russischen Truppen gezwungen. Noch mehrmals in diesem Jahr wird von Kampfhandlungen in der näheren Umgebung berichtet.

1837

  • Dorf und Rittergut bestehen aus 36 Wohnhäusern. [ROHRLACH 1977]

1847

  • Ein großer Teil der Häuser wird durch zwei Brände vernichtet. Das erste Feuer am 8. Juli brach auf dem Mühlengrundstück aus, während das zweite Feuer am 4. August 1847 vom Rittergut ausging. Neben den Wohnhäusern verbrannte die Kirche, das Pfarrhaus und die Schule. Dem Flammen zum Opfer fielen auch fast alle alten Kirchenbücher, wodurch wertvolle Quellen zur Dorfgeschichte verloren gingen.

1849

  • Bis 1849 galt in Stücken das Patrimonialgericht, d.h. die Grundherren übten eine eigene vom Staat unabhängige Rechtspflege, die sogenannte Grundgerichtsbarkeit aus. Von 1849 bis 1878 gehört Stücken zur Gerichtskommission Beelitz. [ROHRLACH 1977]
  • Beginn des Schulbetriebes im neu errichteten Schulgebäude.

1858

  • Im Dorf stehen 5 öffentliche, 46 Wohn- und 85 Wirtschaftsgebäude, darunter eine Wassergetreidemühle. Zum Gut gehören 3 Wohn- und 8 Wirtschaftsgebäude. 425 Menschen leben im Dorf. [ROHRLACH 1977]
  • Zum Dorf gehören 2920 Morgen (20 Morgen Gehöfte, 35 Morgen Gartenland, 1487 Morgen Acker, 262 Morgen Wiese, 608 Morgen Weide, 508 Morgen Wald), zum Rittergut 1947 Morgen (4 Morgen Gehöfte, 15 Morgen Gartenland, 800 Morgen Acker, 264 Morgen Wiese 64 Morgen Weide, 800 Morgen Wald). [ROHRLACH 1977]

1860

  • Ober-Regierungs-Rath v. Fock wird Besitzer von Rittergut und Dorf Stücken.

1879

  • Ab 1879 erfolgt die Rechtssprechung in Stücken über das Amtsgericht Beelitz. [ROHRLACH 1977]

1880

  • Eine Kirchenbucheintragung aus dem Jahr 1880 besagte, dass vom 22. zum 23. Mai 1880 Nachtfröste die Roggensaat vernichteten und kommentiert: „… vor mehr als 100 Jahren [am 28. Januar 1778] verfügte Friedrich der Große die Aufhebung des Himmelfahrtstages. In jenem Jahr vernichteten ebenfalls Maifröste die Ernte. In den sächsischen Landesteilen (Busendorf, Klaistow und Kanin) gedieh dagegen die Ernte. Hierauf forderte die Bevölkerung den Himmelfahrtstag zurück und hielt fortan daran fest.”

1886

  • Die Dorfschmiede, die mit vielen originalen Einrichtungsgegenständen noch heute erhalten ist, wird eröffnet. Sie wird bis in die 1970er Jahre betrieben.

1900

  • Zum Dorf gehören 830 Hektar und 80 Häuser, zum Rittergut 416 Hektar Land und 10 Häuser. [ROHRLACH 1977]

1904

  • Der Radfahrerverein “Edelweiß” Stücken wird gegründet. Der Verein wird in den 1930er Jahren aufgelöst.

1905

  • “Gasthaus Ferdinand Keller” wird eröffnet.

1920

  • Der Gutsbezirk Breite wird nach Stücken eingemeindet.

1926

  • Am 13. März werden die neuen Glocken der Kirche und die ca. 50 Jahre alte Orgel geweiht.
  • Die Freiwillige Feuerwehr Stücken wird gegründet.

1928

  • Des Rittergutes wird mit dem Dorf Stücken zusammengelegt.

1931

  • Zu Stücken gehören jetzt 1379 Hektar Land [ROHRLACH 1977]. In der Ortslage stehen 92 Wohnhäuser. Neben einigen wenigen Bauern lebten vor allem Büdner im Dorf. Diese verdienten sich als Maurer oder Steinsetzer ihren Lebensunterhalt in Berlin, Beelitz und Michendorf. Einige arbeiteten als Tagelöhner auf dem Rittergut.

1941

  • In Stücken werden französische Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit eingesetzt. Unter anderen auf dem Gut Stücken, in der Stellmacherei und in der Schmiede.

1942

  • Die Motormühle in der Zauchwitzer Straße 41 wird bei einem Brand zerstört. [LAND IN SICHT 1994]

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