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Fastnachten 2024 – Schlagerstars spielen im Linienbus Mensch Ärgere Dich nicht

Fastnachten 2024

Eine neu zusammengestellte Bärengruppe

Bedeckter Himmel, milde 10 Grad und nur zeitweiser Nieselregen empfangen am frühen Morgen des gestrigen Tages die feierfreudigen Teilnehmer des traditionellen Stückener Fastnachtsumzuges. Erste Masken sind vor Ort, die Kapelle sammelt sich und auch die in lila Mänteln und Zylindern gewandeten Heimatvereinsmitglieder erscheinen pünktlich am Treffpunkt Landhaus “Zu Stücken”. Fehlen nur noch der Bär und seine Begleiter. Die rollen kurz nach 9 Uhr im stilechten Viehtransporter an. Der Bär stürmt aus seinem Gefängnis auf der Suche nach Landhaus-Chefin Bianka, die sogleich zum Tanz gebeten wird. Das Orchester lässt sich nicht lange bitten. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto geht es auf der alt bekannten Route von Haus zu Haus durch das ganze Dorf. In der Stückener Dorfstraße öffnen müde Hausbesitzer ihre Türen, spenden für den Heimatverein und werden mit einem Tanz und dem ein oder anderen Schnaps entschädigt.

Bald schon schließt sich ein Pärchen aus Pizza und Pasta an und nach einer guten Stunde erreicht der Zug die Kreuzung an der Zauchwitzer Straße. Hier versuchen sogleich die Schlagerstars Wolfgang Petry, Andreas Gabalier, Roland Kaiser und Heino von einer eigens gefertigten Bühne die musikalische Kontrolle zu übernehmen. Ein Golfwagen mit reichen Schnöseln macht Werbung für den Golf and Country Club Stücken. Der Tankenwagen hat vielleicht die Anmutung eines Krankenwagens, doch ein Blick ins Innere lässt keinen Zweifel aufkommen, welche Art von Medizin hier verabreicht werden soll. Ob man davon so blau wird, wie die Schlümpfe, die ihr Pilzhausmodell präsentieren? Ganz sicher nicht vom Eierlikör, den Familie Wüstenhagen genauso freigiebig verteilt, wie die Würstchen, die für eine gute Erdung gerade recht kommen. In der Pause laden rote, grüne, gelbe und blaue Meeple zu einer schnellen Partie Mensch ärgere Dich nicht ein.

Weiter geht es durch die Siedlung am Weinberg. Einige Türen bleiben verschlossen. Deren Bewohner weilen im Winterurlaub oder gehen der wilden Horde lieber ganz aus dem Weg. Andernorts stehen flüssige Köstlichkeiten in Flaschenform bereit und natürlich empfangen auch einige Hausbewohner die Zemperfreunde persönlich und mit aller Herzlichkeit. Während der Bär die Tanzrunden dreht, erobern Schlachter und Jäger den neuen Spielplatz in der Weinbergsiedlung. Die Fastnachtstruppe wächst jetzt mit jedem zurückgelegten Meter an. Teilnehmer der einst traditionellen Fuchsjagd in Stücken haben noch einmal die Pferde gesattelt. Panzerknacker und Fans des FC Blau-Weiß Stücken wuseln durch die Menge. Pikachu und ein Glurak in Übergröße machen ihre Aufwartung. Den Teletubbis ist gar nicht zum Feiern zu Mute. Tinky Winky, Dipsy und Laa-Laa hadern mit ihrem Verschwinden aus dem Fernsehen. Ihre Freundin Po hat bereits das Zeitliche gesegnet. Schaurige Nonnen und der Tod auf Latschen, äh Lackschuhen, verbreiten ebenso Grusel, wie der Sensenmann, der auf einem Wagen das Ende Deutschlands und der Ampel prognostiziert. Ein Waldgeist mit eindringlicher Maske schleift einen übrig gebliebenen Weihnachtsbaum hinter sich her. Gandalf und Gimli drohen mit Zauberstab und Doppelaxt. Ein besonders munterer Geselle mit Schellenstock erklettert nicht nur einen Zaunpfeiler, er macht auch gleich noch eine Wohnungsbesichtigung im neuen Haus am Ende der Weinbergrunde. Zwischendurch kommt immer wieder Nieselregen auf. Den Bär mit Regenschirm hat man so auch noch nicht gesehen.

Fastnachten 2024

Ein fröhlicher Busfahrer inmitten seiner ungewöhnlichen Fahrgäste

Als die Hauptstraße wieder erreicht wird, werden die Autofahrer auf eine Geduldsprobe gestellt. Finanziell geschröpft vom Wegezoll, müssen sie auch noch geduldig den Umzug abwarten oder sich vorsichtig vorbeischlängeln. Auch der 608er-Linienbus wird an der Menge vorbeigeleitet. Da konnte der Fahrer noch nicht ahnen, was gleich auf ihn zukommt. In seiner wohl verdienten Pause erobert erst die Bärentruppe das Cockpit des Busses. Anschließend verteilt sich das Orchester und eine große Zahl an Masken in das Innere des Busses. Nachdem die Kapelle aufgespielt hat, wird dem freundlichen Busfahrer sein Gefährt wieder überlassen. Schon jetzt der regiobus “Mitarbeiter des Monats”! >> Hier gibt es das Video dazu! << Zurück auf der Straße erscheint ein Imker in Begleitung seiner beiden Lieblingsbienen. Eine detailverliebte Kuckucksuhr spaziert durch die Reihen. Zwei ältere Herrschaften stützen sich auf ihre Gehstöcke. Zeitreisende aus den 80ern, begleitet von Aerobic-Miezen, setzen farbenfrohe Akzente. Bei den barocken Damen fallen die Gewänder üppig und ausladend aus. Doch die Gesichter zeugen von einer schaurigen Krankheit. Gott sei Dank haben sie ihren Pestdoktor gleich mitgebracht. In seiner Tasche findet sich sicher das ein oder andere Heilmittel. Und wer es bis jetzt noch nicht probiert hatte, konnte sich auf einer fahrbaren Version der Mitnahmebank durch die Ortslage kutschieren lassen.

Fröhlich zieht der Zug zum nächsten regulären Pausenstopp. Bei Familie Jaretzke wartet bereits ein Berg gegrillter Würstchen auf die hungrige Schar. Auch die Musiker und die Bärengruppe können mal kurz durchschnaufen. Nach der obligatorischen Runde Annemarie geht es nun noch durch die verbliebenen Straßen des Dorfes. Die Stimmung ist teils ausgelassen, doch auch erste Ermüdungserscheinungen machen sich breit. Gern entert man das ein oder andere Gefährt und lässt sich durch die Straßen schieben. Durch die Querstraße und die Beelitzer Straße erreicht der Tross die Seddiner Straße. Der Weg wird immer weiter und doch wird an jedem Haus geklingelt. Schmalzstullen werden gereicht, alkoholische Getränke konsumiert und Punkt 14 Uhr sammelt sich der ganz Zug in der Ortsmitte. Angeführt vom Wikingerkönig, ähem … vom Heimatvereinsvorsitzenden Heiko und begleitet von zünftiger Marschmusik zieht der Tross geschlossen zur Parkhalle. Dort werden die Masken abgenommen und mit viel Erstauen, Verwunderung und sicher auch Erschöpfung fallen sich die Teilnehmer in die Arme. Noch einmal spielt die Kapelle auf, bevor sich nach und nach die Halle leert und von den unermüdlichen Helfern des Heimatvereins für den abendlichen Fastnachtstanz hergerichtet wird. Wer den Wettbewerb der besten Kostüme und Fahrgeschäfte gewann und wer unter der Bärenmaske steckte, erfahrt Ihr im zweiten Teil der Fastnachtsdokumentation. Abschließend noch ein Video vom Marsch zur Parkhalle, in der dann das Demaskieren stattfand.

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2 Kommentare

  1. Mist, hab ausversehen 4Sterne getippt ( leider nicht rückgängig zu machen ☹️ sorry ) dabei ist der Beitrag, Fotos und Video wieder einmal von Tino Oscar reif. bitte entschuldige. Klasse Arbeit, man fühlt sich noch einmal hineinversetzt.

    1. Dankeschön. Ändern geht leider nicht. Ist aber nicht schlimm, der Wille zählt. LG Tino

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