1317 bis 1796

Hinweis: Dies ist eine Sammlung vieler Informationen, die nicht den Anspruch haben, vollständig zu sein. Wir sind bemüht, weitere historische Eckdaten zusammenzutragen und hier zu dokumentieren.

1317

  • In Stücken muss schon um 1317 eine Kirche existiert haben, denn die Stangenhagener Chronik vermerkt, dass die Bewohner damals zur Kirche nach Stücken gingen.

1375

  • Bereits im Landbuch der Mark Brandenburg (Landbuch Kaiser Karls IV.) von 1375 wurde Sticken mit 30 Hufen Land (eine Hufe entsprach in Brandenburg etwa 17 Hektar) und zwei weiteren Hufen, die zur Pfarre gehörten, erwähnt. Zu Sticken gehörten zwei befreite Höfe. Davon gehörte einer mit sechs Hufen Busse von Schönow und seinem Bruder, der zweite mit zwei Hufen war im Besitz von Otto und Hans von Heinrichsdorf. Die übrigen Hufen gehörten einer nicht bekannten Zahl von Bauern, die Pacht, Zins und Bede (eine freiwillig zu leistende Abgabe) zu entrichten hatten. Die Abgaben erhoben Markgraf Otto von Belitz, derer Von Heinrichsdorf, Rudolf von Oppen und andere. Zur Stickenschen Feldmark gehörten auch zehn Hufen der benachbarten wüsten Feldmark Frehtzow (auch als Wretz oder Wretze benannt). Für diese Hufen bezogen die Von Oppen’s Pacht. [FIDICIN 1860]
  • In den nachfolgenden Jahrhunderten bis 1797 bestanden im wesentlichen fünf Besitzanteile am Dorf und Rittergut. [FIDICIN 1860] und [ROHRLACH 1977] führen dazu aus:
    • 1. Anteil:
      • Vor 1375 bis 1546 Markgraf Otto von Belitz bzw. die Vogtei Saarmund und Belitz (ab 15. Jhdt. Amt Saarmund)
      • 1524 bis 1786 Von Thümen
      • 1786 bis 1797 von der Liepe
    • 2. Anteil:
      • Vor 1440-1556 von Schönow
      • 1556-1721 Von Schlabrendorff (auch Schlabrendorf bzw. Schlaberndorff) über Hebungen vom Gut und 8 Höfen, 2 Hufen und ein Wehr (1440) bzw. Lehnschulzengut mit 4 freien Hufen, 5 Hüfnerhöfe mit allem Rechte und Dienst, Hebungen vom Krug und von 9 Höfen (1486) bzw. Vorwerk mit 7 Ritterhufen, 3 Bauernhufen
      • 1744 an von Thümen (danach siehe 1. Anteil)
    • 3. Anteil:
      • 1603 von der Streithorst
      • vor 1669 an von Thümen (danach siehe 1. Anteil), über einen Hof mit 3 Hufen.
    • 4. Anteil:
      • Vor 1472 bis nach 1492 Kerstian genannt Laurentz zu Jüterbog über Hebungen von 3 Höfen und über 2 davon den Dienst (1472)
      • danach wahrscheinlich an von Thümen (danach siehe 1. Anteil)
    • 5. Anteil:
      • Bis 1438 Markgraf bzw. Amt Saarmund
      • 1438 (wahrscheinlich an Otto) von Schlieben
      • vor 1599 bis nach 1620 von Flanß
      • vor 1701-1826 Amt Saarmund
      • 1826-1872 Amt Potsdam über die wüste Mühlenstätte (1438) bzw. die Wassermühle (1701, 1837), auch über Hebungen eines Bauern und eines Kossäten

1412

  • Kune von Thümen wurde mit einem freien Hof belehnt.

1440

  • Ab 1440 erhielten die Von Schönows Abgaben und verfügten über das Gericht von acht Höfen und zwei Hufen.

1482

  • Caspar und Cune von Thümen auf Blankensee erhielten Abgaben von zwölf Höfen, der Mühle und drei Ritterhufen.

1486

  • Die Von Schönows erhalten das Schulzengericht (ein niederes Dorfgericht zur Beurteilung kleiner Rügen und Grenzstreitigkeiten).

1492

  • Rudolf von Oppen wird zusammen mit seinen Brüdern und Vettern vom Kurfürst von Brandenburg mit Zinsen zu Stücken u.a. belehnt. [PETERS 2017]

1537

  • Die vier Hufen vom Schulzengericht werden Joachim von Schönow zu Golm bestätigt.

1540

  • Pastor Paul Gürgen ist erster evangelisch-lutherischer Pfarrer in Stücken.

1556

  • Joachim von Schönow stirbt und seine Güter gehen an Hans von Schlabrendorf.

1608

  • Moritz von Thümens Söhne, Ernst, Moritz, Hans und Freidrich sind Besitzer des Dorfes Stücken, des Weinberges und der Schäfereigerechtigkeit (das Recht Schafe zu halten bzw. auf bestimmten Flächen weiden zu lassen).

1614

  • [KIESER 1961] verzeichnet: “In Stücken waren 1614 die Gebäude so schlecht, weil 18 Jahre nichts an ihnen getan war. Sie wären am besten niederzureißen”

1624

  • Das Schoßkataster führt 50 Hufen und 6 Hufen der Herrschaft, 1 Hof und 3 Hufen geht ab, so dem von der Streithorst freigewilligt. [ROHRLACH 1977] verzeichnet 11 Hüfner, 11 Kossäten, einen Hirten, einen Laufschmied, ein paar Hausleute, einen Pachtschäfer, die Schäferknechte. Des weiteren ist verzeichniet, dass die Bauern aus Fresdorf eine “Fischerei mit einem Kahne und die kleine Fischerei auf dem Fresdorfer See” haben, “welcher dem von Thümen (zu Sticken) gehört”. [FIDICIN 1860]

1652

  • Vier Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg leben in Stücken nur noch 8 Menschen, darunter ein Dorfschulze und 6 Kossäten [ROHRLACH 1977]. Die Zauche leidet unter den Kriegsfolgen. [KIESER 1961] schreibt:
    “Völlig tot lagen die Felder von Körzin, Neulangerwisch, von Michendorf … Von 757 Bauern- und Kossätenstellen in den Dörfern der Ritterschaft und des Amtes Saarmund waren nur 211 Stellen besetzt, 28 %. Die Landschaft war menschenarm geworden. Der Wald griff nach den Feldmarken und bezog sie in sein schweigendes Reich ein. Der Mensch hinderte ihn nicht. In Seddin versuchte sich seit kurzem Drewes Albrecht auf einem großen Bauernhof ganz allein in dem verfallenen Dorf.” und weiter
    “1648 lagen in den adligen Dörfern 58,2 % der bäuerlichen Felder wüst, im Amt Saarmund 57,7 % …. Ebenso war in den ritterschaftlichen Dörfern auch die Seßhaftigkeit geringer als in den Amtsdörfern. Jedoch darf die Seßhaftigkeit in diesen Dörfern auch vor dem Krieg nicht zu hoch angeschlagen werden. Eine stärkere Verbundenheit der Familie mit ihrer Scholle brachte erst das 18. Jahrh.”

1682/83

  • [ROHRLACH 1977] verzeichnet 26 Mittel- und 28 Sandhufen, von diesen sind 15 wüste Mittel- und 10 wüste Sandhufen in der adeligen Kollekte; 7 Kossätenhöfe.

1683

  • Der spätere preußische Generalmajor Christoph Friedrich von Thümen wird als Sohn von Melchior Heinrich von Thümen und Erhardine Dorothea von Beeren auf der Höhe (heute Großbeeren), vormals verwitwete von Ziecker, geboren.

1701

  • Melchior Heinrich von Thümen wird Besitzer des Guts.

1721

  • Otto Christoph von Schlabrendorf erbt den Gutsanteil von seinem Vater Ernst Ludwig von Schlabrendorf und veräußert, als letzter Anteilseigner dieser Familie, den Schlabrendorf’schen Anteil an Melchior Heinrich von Thümen.

1745

  • [ROHRLACH 1977] verzeichnet 7 Bauern, 12 Kossäten und eine Wassermühle mit 2 Gängen.

1747

  • Die ersten vier der oben genannten Gutsanteile gehen an Christian Joachim Heinrich von Thümen, den Sohn Heinrichs von Thümen. Der 5. Anteil verbleibt bis 1826 beim Amt Saarmund.

1757

  • Am 30. Dezember wird der spätere preußische Generalleutnant August von Thümen, als Sohn von Christian Joachim Heinrich von Thümen und dessen Ehefrau Anna Dorothea Sophie, in Stücken geboren.

1772

  • [ROHRLACH 1977] verzeichnet einen Prediger, 7 Bauern, 10 Kossäten und einen Müller. Erstmals ist eine Schmiede verbürgt.

1786

  • Christian Joachim Heinrich von Thümen verkauft seine Gutsanteile an Landrat Alexander Gustav von der Liepe.

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