Kommentar: 700 Jahre Stücken – was bleibt?

Stücken feierte im vergangenen Jahr das 700–jährige Jubiläum seiner Ersterwähnung. Was bleibt von 2017 in Erinnerung? Na zum Beispiel, dass Stücken damit nicht allein stand. Im gesamten Landkreis Potsdam-Mittelmark fanden viele Feiern zum 700-jährigen Bestehen einzelner Orte statt. Ein untrügerisches Zeichen dafür, dass die Besiedlung, die öffentliche Verwaltung, die Gerichtsbarkeit in unseren Landstrich in jener Zeit so langsam Fahrt aufnahm. Das heißt natürlich nicht, dass nicht schon vorher hier gesiedelt wurde. Es gibt nur keine entsprechende Urkunde, die das bezeugt. Ausgrabungen, Landmarken und Funde belegen Besiedlungen durch Slawen und auch schon vorher durch Germanen.


Das Jahr 2017 stand mit all seinen Veranstaltungen im Zeichen der “700 Jahre Stücken“. Schon bei der Silvesterfeier konnte man erahnen, wie das Jahr verlaufen wird. Gleich im Anschluss das Knutfest und die Fastnachtsveranstaltung. Dann begann schon eine Reihe von Sonderveranstaltungen, die es in dieser Form nicht mehr so schnell geben wird. Die Stückener Vereine stellten sich und ihre Vereinsarbeit vor. Der Heimatverein mit zwei Veranstaltungen, einem Filmabend und einem Abend zur Chronik des Ortes. Im April folgte der Angelverein mit einer super vorbereiteten Veranstaltung. Der Fußballverein organisierte im Mai mit dem 1. Stückener Gaudicup ein tolles Fußballturnier und der Reitverein ein Reitturnier. Zwischendurch die Uschiparty und der Galgenbergpokalausscheid der FFW Stücken. Und schon war das erste Halbjahr um.

Und alle schon etwas gestresst, obwohl der Höhepunkt just auf dem Kalender stand. Naja, das Festwochenende ist ja überall ausführlich beschrieben worden. Festveranstaltung, Markt, Umzug, Tanz, Blasmusikfest, Schneeberger, alles klar! Danach war erst mal die Luft raus, Sommerpause. Und anschließend setzte sich, nach der langen Weile, der Veranstaltungsreigen im Schweinsgalopp fort, oder besser gesagt im Kuhgalopp. Das Blasorchester und die Jagdpächter hatten noch ihre Veranstaltungen, dazwischen das Erntefest. Dann gabs mal was ganz anderes, nämlich einen Weideabtrieb ohne Kühe und einen Archäologen der wusste was sich hier so vor 1317 abspielte. Jetzt noch schnell den Weihnachtsbaum anblasen, den Senioren des Ortes zeigen wo die Rute hängt und den Weihnachtsgarten pflügen. Geschafft! 20 Veranstaltungen, bedeutet 20 Wochenenden, davon neun Sonderveranstaltungen geplant und durchgeführt.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass eine Hand voll Individualisten sich zusammenraufen und ein außergewöhnliches Veranstaltungsprogramm ausarbeiten und durchführen kann, wenn sie das nur wollen.

Was bleibt, ist die Schreckensvision, dass eine wild gewordene Horde Kühe nicht weiß, wie man sich als Kuh von Welt bei einem Abtrieb verhält.

Was bleibt, ist die Erinnerung an schöne Stunden und der Ärger darüber, wenn etwas nicht funktionierte.

Was bleibt, ist die Gewissheit, dass man sich auf seine Nachbarn und Freunde verlassen kann. Denn ohne sie hätte alles nur halb so schön ausgesehen. Dies gilt für alle die mitgeholfen haben die Veranstaltungen erfolgreich zu gestalten und im besonderen Maße für unsere Nachbarn aus Blankensee, aus Tremsdorf, aus Zauchwitz und Fresdorf.

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass es allen gern in Erinnerung bleibt und vielleicht in 25 Jahren wieder ein Festjahr ausgerufen wird.

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