Überblick

Hinweis: Dies ist zunächst nur eine lose Sammlung vieler Quellen, die nach und nach in einzelne Artikel überführt werden sollen.

In dem kleinen Ort Stücken gibt es im Volksmund zwei Ortsteile:
– Vor der Mühle – (mundartlich: vor de Mölle)
Dazu gehören die Zauchwitzer Straße bis zur Fließbrücke (jetzt Mühlenbrücke), die
Seddiner Straße und die Beelitzer Straße.
– Das Dorf- hinter der Mühle – (mundartlich: hinter de Mölle)
In der Dorfstraße lebten die Bauern, in der Beelitzer Straße die Kossäten, die Kleinbauern und Tagelöhner.

Den Burgwall in Stücken gab und gibt es tatsächlich. Er stammt aus wendischer (slawischer) Zeit (ca. 700 bis 1100 nach Chr.) und befindet sich in einer sumpfigen Niederung 2km südlich vom Dorf. Dabei handelt es sich um einen runden Ringwall mit Außengraben, der einen Durchmesser von 75 Schritten hat. Sein Zustand wird von MARSCHALLEK (1930) als leidlich gut und etwas verschlissen eingeschätzt. Das ganze Gebiet wird als Acker genutzt.
Dem Handbuch für vor- und frühgeschichtliche Wall- und Wehranlagen von 1930 ist zu entnehmen:

Burgwall Stücken
„Lage:2 km südöstlich des Ortes, in den Rohrwiesen
Beschreibung: Runder, verschliffener Ringwall von 50-60 m Durchmesser,
umlaufender Graben, noch bis 2,50 m hoher Wall sind erhalten
Das Tor war im Wall, von wo aus über höheres Gelände auch der
Zugang über einen Damm erfolgte.
Funde: Mittelslawische Scherben und vorslawische Keramikreste
(17 kammstrichverzierte mittelslawische Scherben in Sammlung Peters in Blankensee)”

Die älteren Bürger des Ortes kennen noch einige volkstümliche Bezeichnungen für bestimmte Orte in Stücken und Umgebung.

Der Bauernteich ist ein ehemaliger Torfstich, der seinen Namen daher hat, dass die Kinder der Bauern an diesem Teich spielten und darauf Schlittschuh liefen. Der Teich konnte zur Versorgung der Mühle angestaut werden. Das Ende des Teiches als Wasserspeicher für die Mühle war schon zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts besiegelt. Schon in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jh. war der Bauernteich, weil er sehr schnell zugewachsen war, nur noch eine Wiese. Der Torf wurde Ende der 1970-er Jahre gestochen. In den Jahren danach war es auch wieder möglich Schlittschuh zu laufen. Heute ist der Bauernteich fast schon wieder zugewachsen. Er bekam zwar durch den Landschaftsförderverein einen neuen Zufluss (vom neuen Fließ her), dies verhindert aber nicht den Laubfall durch die umstehende Bäume sowie den Schilfbewuchs.

Als Grüner Steig wird heute eine kleine Brücke bezeichnet. Sie befindet sich an der Gabelung des Mühlenfließes, einmal in Richtung Seddiner See und einmal in Richtung Fresdorfer See (früher Stückener See). Früher gab es diese Gabelung nicht und beide Bäche flossen nebeneinander. Der aus Richtung Fresdorfer See kommende Bach (neues Fließ) floss direkt durch die Gemeinde Stücken. Der aus Richtung Seddiner See kommende Bach(altes Fließ) floss zuerst in den Bauernteich und anschließend zur Wassermühle an der Zauchwitzer Straße. Erst hinter der Wassermühle vereinigten sich beide Bäche und das Wasser floss in den Königsgraben. Der schmale Grünstreifen, also von der Wassermühle im Ort bis zur besagten Brücke, der sich zwischen den beiden Bächen befand, wurde früher als Grüner Steig bezeichnet. Heute existiert nur noch das neue Fließ. Man kann aber sehr genau, anhand der Baumreihen, erkennen, wo einmal das alte Fließ seinen Bachlauf hatte. Wenn man sich zwischen dem Brückengeländer des Mühlenfließes an der Zauchwitzer Straße und der alten Waage postiert und in Richtung Norden schaut, so erkennt man sofort dicke alte Robinien und Eichen, aber auch Pappeln, die den alten Bachverlauf markieren. Dies ist bis zum Bauernteich gut begehbar und nachvollziehbar. Danach verliert sich die Spur.

Die Brake in Stücken ist ein Stück Brachland am Ende der Seddiner Straße kurz vor dem Wald. Dort fanden noch in den 50-er Jahren die Reiterfeste zu Pfingsten statt.

Der L-Puhl ist heute ausgetrocknet und befand sich hinter der Beelitzer Straße 17b,
eigentlich Elbpuhl (Platt), sonst Igelpfuhl.

Auch einen Galgenberg, der sicher keiner weiteren Erklärung bedarf, gibt es in Stücken.
Der Krähenberg befindet sich in der Nähe des Grünen Steigs. Es wird erzählt, dass der Förster, der dort in der Nähe wohnte, einen Uhu in einer Tragekiepe hatte. Den Uhu setzte er zum Anlocken der Krähen auf den Berg, der jetzt Krähenberg heißt. Kamen die Krähen, so wurden sie abgeschossen. Für ein Paar Krähenfüße gab es einen 6er.

Die Ungeheuerwiesen heißen eigentlich „Ungeheure Wiesen”.

Es gibt sicher noch so manchen interessanten Begriff und so manche nette Geschichte zu den
Namen der Straßen, Wiesen und „Berge” in und um Stücken.

Auch wurde von einer Sage vom versunkenen Krug erzählt, doch konnte bisher keiner die Sage vollständig wiedergeben. Die Geschichte soll sich in einer Senke zugetragen haben, die sich kurz vor Stücken aus Fresdorf kommend auf der linken Seite mitten auf dem Feld befindet. Dort steht eine einzelne Eiche. Und da war ein Wirtshaus. Die Sage geht so: In Tremsdorf gab es keine Kirche. So mussten die Tremsdorfer Sonntags nach Fresdorf zur Kirche gehen. Der Weg führte am „Versunkenen Krug” vorbei. Auf dem Rückweg kehrten die Tremsdorfer in den Krug ein. Eines Tages war er jedoch mit allen Sündigern im Moor versunken.

So möge doch jeder Jüngere mal die Älteren in Stücken befragen, um noch so manche Neuigkeit aus alten Zeiten herauszufinden.

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