Fastnachten 2026 – Drei Hexen fahren im Feuerwehrauto durch die Waschanlage

Anmerkung: Dieser Artikel beschreibt den Fastnachtsumzug und das Zempern 2026 in Stücken. Da es am Rande der Veranstaltung einigen Gesprächsbedarf gab, wurden die Ausführungen in diesen Kommentar ausgelagert.

Fastnachten
Update vom 15. Februar 2026: Meine Güte, schon wieder eine ganze Woche rum. Damit auch das diesjährige Fastnachtsfest noch länger in Erinnerung bleibt, gibt es hier noch einen Videonachschlag. Mit einem Klick auf das Bild landet Ihr im Youtube-Kanal von Stücken bloggt und könnt Euch dort alle Videos ansehen. Auch im Instagram-Kanal von Stücken bloggt sind sie verfügbar. Viel Spaß damit.

Artikel vom 8. Februar 2026: Freitag, 7:30 Uhr morgens: In der Whatsapp-Gruppe des Vorstandes des Heimatvereins Stücken beginnt eine Diskussion darüber, ob der Fastnachtsumzug am darauffolgenden Samstagmorgen abgesagt werden muss. Der Grund: teils eisglatte Straßen und Gehwege aufgrund von Eisregen am Vortag und Minustemperaturen bis in die frühen Morgenstunden. Ausgelassenes Zempern und Tanzen funktioniert nicht gut auf glitschigem Untergrund. Die Verletzungsgefahr kann nicht wegdiskutiert werden. Um 10 Uhr werden alle Mitglieder des Vereins in die Diskussion einbezogen, die sich auch weiterhin um die Verletzungsgefahr und die mögliche Verantwortung für den Verein dreht. Unterdessen steigt die Temperatur in den Plusbereich und es beginnt merklich zu tauen. Die Vorhersage zeigt für die kommenden 24 Stunden anhaltendes Tauwetter. Und so wird eine Entscheidung getroffen. Die Veranstaltung findet statt, aber neben den noch ausstehenden Vorbereitungen in der Parkhalle kümmert sich ein Team um das nachhaltige Streuen von schlecht beräumten Straßen und Fußwegen. Gesagt, getan. Am Abend waren alle Vorbereitungen abgeschlossen.

Fastnachten

Auf ein Neues. Bärengruppe und Frühstarter sind bereit zum Zempern durch die Dorfstraße.

Und so stürmte am Samstagmorgen ein engagierter Bär über die Stückener Dorfstraße zum Landhaus „Zu Stücken“. Dort warteten bereits ein Pestdoktor und seine leichenblasse Gehilfin. Eine geile Sau posierte mit drei älteren Herrschaften, und auch die Figuren aus Alice im Wunderland hatten ihren Weg nach Stücken gefunden. Doch traditionell eröffnete der Tanz mit der Landhauschefin Bianka den Fastnachtsumzug. Gleich danach nahm die bereits ansehnlich große Zempertruppe vor dem Landhaus zum jährlichen Gruppenfoto Aufstellung, bevor man sich dann auf den Weg durch die Dorfstraße machte. Teils müde Einwohner wurden aus den Betten geklingelt, andernorts wurde der Umzug schon erwartet. An der ein oder anderen Stelle wurde gar noch schnell der Gehweg vom Eis befreit. Manche Häuser blieben verschlossen. Deren Bewohner verweilen im Winterurlaub oder haben ein allgemeines Desinteresse an der Stückener Tradition, oder beides. Entschuldigt ist nur der, der selbst beim Umzug unter einer Maske steckte.

Nach einer Stunde war die Dorfstraße abgelaufen und der Zug näherte sich der Verpflegungsstation der Familie Wüstenhagen. Unterwegs hatte man noch zwei Schönheiten aus 1000 und einer Nacht aufgelesen, Rucksacktouristen nebst Freiheitsstatue nicht abgewiesen und eine schwarzhaarige Dame wahrgenommen, die eine kleine Königin im Handwagen hinter sich herzog. Noch im OP-Kittel wartete ein älterer Herr aufgeregt auf den Umzug und verteilte gleich mal seine Blutkonserven an die durstige Bärengruppe. Auf der Kreuzung mit der Landesstraße priesen zwei Hühner bereits ihre frischen Stückener Landeier an. Eine Gruppe Ahrensdorfer Rentner chillte auf ihren bestens ausgestatteten Gehhilfen. Ein Pirat präsentierte das Modell seiner gut bestückten Schaluppe und zwei Kumpel feierten an der Lore 709 Schicht im Schacht mit dem frisch gebrauten Stückener Zechengold.

Ordentlich Musik erschallte vom Party-Bierpong-Wagen der Stückner Draufgänger. Gleich dahinter wartete der Tod auf seine Opfer. Die neonfarbenen Worms on a String hielten gebührend Abstand. Währenddessen zauberte ein Magier drei Kaninchen aus dem Hut. Ein kleiner Roboter beobachtete an der Hand der Oma noch etwas skeptisch das fröhliche Treiben der Zempergesellschaft. Besonders erwähnenswert ist auch die MAZ-Radakteurin, die von einem Fotografenkollegen unterstützt, den gesamten Umzug begleitete und sich eifrig Notizen machte. Dabei lernte sie viele auskunftsfreudige Dorfbewohner kennen, von denen jetzt sicher alle gespannt auf den Artikel sind. Weitere bunt kostümierte Fastnachtsfreunde schlossen sich dem Zug an, der sich, gestärkt von Wiener und Eierlikör, auf den Weg in die Siedlung am Weinberg machte.

In der Weinbergsiedlung wurde zunächst eine junge Familie herausgeklingelt, deren jüngster Nachwuchs äußerst eingeschüchtert ob des überraschend vor der Tür auftauchenden Bären war. Sicher nicht ganz zu Unrecht. Aber vielleicht bekommt er irgendwann einmal die Chance, mit dem Bär zu rangeln und seine Kräfte zu messen. Unterdessen kam der Bär seinen Pflichten nach, tanzte mit bestens aufgelegten Bewohnern und nahm sich auch Zeit für vollkommen unerschrockene Kinder, die dann auch reichlich Süßigkeiten abstaubten und mit der Bärengruppe posierten. Der kleine Bär zog es vor, mit seinem Bärenführer eine kurze Pause auf der Schaukel des Spielplatzes einzulegen. Noch ein großer Bogen durch die Weinbergsiedlung, Schnaps- und Bierspenden eingesammelt, und die Gruppe marschierte zurück auf den Parkplatz am Landschaftsförderverein.

Dort verkündet ein astreines Modell der Feuerwehr bereits von den Feierlichkeiten zum 200. Jubiläum der FF Stücken und von der dann erfolgten Einweihung des Feuerwehrhauses. Äh, bitte was? Sind es dieses Jahr nicht erst 100 Jahre? Wer redet denn von 2026, erst im Jahre 2126 ist mit dem Abschluss der Arbeiten zu rechnen. So verkündet es auch das druckfrische Titelblatt der Gemeindenachrichten. Doch erst einmal geht es in die Waschanlage, wenn der wartende Ferrari endlich fertig ist. Unterdessen beäugt ein Slinky Dog einen garstig dreiblickenden Osterhasen. Den hat man sichtbar zu früh geweckt, schließlich vergehen ja noch acht Wochen bis zur Eiersuche. Zwei Krampusse schauen nicht weniger finster und drohen mit zerzausten Kehrwerkzeugen. Drei Hexen haben es bequemer und kommen auf ihrem Trippel-Tandem-Besen angefahren. Glinda und Elphaba präsentieren den Heißluftballon des Zauberers von Oz, den sie in Wicked kennenlernten. Drei Maler zeugen in ihren heftig bemalten Anzügen von viel Arbeit. Obwohl die Staffelei viel eher auf engagierte Kunststudierende schließen lässt. Und sind das heubedeckte Schellennarren, die da mit ihren langen Stäben durch die Gegend fuchteln, oder doch nur zwei Trunkenbolde, die ihren Rausch im Heuschober ausgeschlafen haben?

Weiter geht es durch die Zauchwitzer Straße auf der L73. Der Bus wird zur Haltestelle vorgelassen und die Bande lässt es sich nicht nehmen, einmal durch den Bus zu marschieren. Fahrer und Passagiere beobachten das Treiben entspannt. Unterdessen posiert Wednesday Addams mit dem eiskalten Händchen und ihrem süßen Begleiter, Schneemann Olaf, während sie gar nicht bemerkt, dass auch ihr Vetter It durch die Reihen schleicht und einen steifen Nacken riskiert, indem er immer wieder seinen Kopf ikonisch zur Seite neigt. Und so wird in angemessener Geschwindigkeit durch die Zauchwitzer Straße gezempert. Mancherorts werden Glühwein und heiße Schokolade gereicht, andernorts stehen Schmalzstullen, Leckereien und der ein oder andere Schnaps bereit. Schließlich rücken auch die hinteren Teilnehmer auf, als der Zug bei Jaretzkes zum Bratwurst-Essen halt macht. Während der Bär gefüttert wird und der Fotograf die streikende Kamera verflucht, stärken sich die Teilnehmer des Umzuges und nehmen Aufstellung zur allseits beliebten Annemarie-Polka.

Nach der Pause zieht der geschlossene Zug durch die Querstraße in die Beelitzer Straße. Große und kleine Feuerwehr posieren zum Familienfoto und der Umzug zempert weiter von Tür zu Tür. Nun ist es bald geschafft. Noch einmal die Seddiner Straße hoch bis zum Sportplatz und zurück, zwischendurch mit reichlich Schmalzbroten und Eierlikör verpflegt, geht es am Ende straff organisiert auf die letzte Etappe. Die Bärengruppe vorneweg, gefolgt von Blasmusikern, Masken und Fahrmobilen erreicht der Fastnachtsumzug, nahezu punktgenau um 14 Uhr, die Parkhalle. Dann wurden die Masken abgenommen und ein erstauntes Verwundern setzte ein, als man mal wieder seine nächsten Nachbarn nicht unter dem Kostüm identifizieren konnte. Nach dem ein oder anderen Tänzchen zerstreute sich die Zempergesellschaft und tankte neue Kräfte für den abendlichen Tanz und das Bärenschlachten, doch davon wird in Kürze gesondert berichtet.

Trotz des großen Zuspruchs und der allgemeinen Freude am Fastnachtsfest lag in diesem Jahr eine verärgerte und betrübte Stimmung in der Luft. Wodurch das ausgelöst wurde, erfahrt Ihr in diesem Kommentar.


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2 Kommentare

  1. Was soll das macht ihr eine Gemeinde verantwortlich die eine gewisse Frau Müller als Sündenbock hinstellt Qualifiziert hat sie sich ja schon mehrfach. Aber irgendetwas mach sie falsch . Sie Kolle sich mal ein bespiel an Frau Baerbock was macht Sie anders als Frau Müller?

    1. Offen gesagt, ich verstehe kein Wort.

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