Fastnachten 2020 – Mit dem Traktor in die Sauna voller Geisterjäger

Irgendwas Besonderes muss in Stücken los sein. Das hat wohl auch der Storch geahnt, der Punkt 8:45 Uhr am gestrigen Samstag auf der Sirene der Stückener Feuerwehr seinen Beobachtungsposten einnahm und nach und nach manch seltsame Gestalt über die Dorfstraße schleichen sieht. Fastnachts-Zempern ist angesagt und kurz nach 9 Uhr setzt sich der illustre, aber noch überschaubare, Haufen in Bewegung. Flotte Damen, mit und ohne Bart, ein kleiner alter Mann mit Rollator und die Bärengruppe natürlich. Das Blasorchester Stücken stimmt die ersten Lieder an und manch Hausherr ringt mit dem Bär oder läßt der Dame des Hauses ein flottes Tänzchen wagen. Autofahrer, die dem Zug in die Quere kommen, werden nachdrücklich um eine Spende gebeten, oder sollte man lieber von Wegzoll sprechen?

Frisch gestärkt mit Wiener Würstchen von Wüstenhagens zieht der Tross Richtung Weinbergsiedlung. Polizei und Feuerwehr sichern den Zug. Mehr und mehr Masken und auch Fahrmobile begleiten die Scharr. Schaurige Pestdoktoren, Kämpfer der Freibier for Future-Bewegung, ein Bauer mit Kuh und Kälbern, Frau Holle mit original Fenster und Federbett. Die Weinbergsiedlung entpuppt sich als ruhigster Ort Stückens. Deren Bewohner müssen teilweise erst aus ihren Betten geklingelt werden, sind verreist oder treten just im Moment der Umzugsankunft ihre Reise an. Und weitere Teilnehmer gesellen sich hinzu. Alfred und Elfriede verkünden das Kreiserntefest 2020 in Stücken. Ein anderer Wagen beschwört das Glück. Und wie schön, dass es jetzt endlich einen Saunaclub in Stücken gibt, wenn auch nur für einen Fastnachtstag.

Dann passieren gleich zwei verzichtbare Ereignisse. Die Bärengruppe verliert mit Justin, äh, mit dem Schlächter, einen Mitstreiter, der sich unglücklich das Knie verdreht und vom Krankenwagen abgeholt werden muss. Ein echtes Fahrzeug mit echten Sanitätern versteht sich. Am Abend war er dann schon wieder mit seinen Kumpanen vereint. Nochmal Glück gehabt, war wohl doch nicht ganz so schlimm. Und dann beginnt auch noch das, was schon unter der Woche für Samstag angekündigt wurde. Regen, Regen, Regen. Oft vermisst, an diesem Tag jedoch komplett entbehrlich. Mist. Beharrlich wird er den weiteren Zugverlauf begleiten.

Viele weitere Figuren ergänzen den Zug. Eine zweite Gruppe Geisterjäger geht auf die Jagd, Zauberer, Clowns, Teufelinnen, Prinzen und Prinzessinnen, Zebras und garstige Alte. Dass es in Stücken sogar eine eigene Biersorte Bärenbräu gibt, wusste bis zu diesem Zeitpunkt auch noch niemand. Und dann kommt auch noch die exzellente 1:2 Nachbildung eines IFA ZT300, der auf dem Weg nach Berlin auch noch eine Runde durch Stücken dreht und ebenfalls Werbung für das Kreiserntefest macht.

Nach toller Verköstigung bei Jaretzke’s tanzt sich der Tross weiter auf der bekannten Route durch Querstraße, Beelitzer und Seddiner Straße. Irgendwann geht selbst dem Letzten der andauernde Regen auf den Keks. Die Musiker halten tapfer durch, der Fotograf gibt es auf, die Kamera zu schützen und so manches Kostüm saugt das Wasser auf, wie einen Schwamm. Schon früher als sonst geht es zurück in die Halle. Demaskieren ist angesagt, und wie immer, ist es ein großer Spaß. “Waaas, du warst unter dieser Maske?” “Häää, ich denke Du bist im Urlaub/Arbeiten?” Köstlich. Schon bald verabschiedet man sich nach Hause. Kräfte tanken für den abendlichen Tanz.

Und hier noch eine Galerie mit 200 Bildern:

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